Jugendfeuerwehr
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Samstag, 30.04.2016

Bei der Frühjahrsübung wartete eine besondere Aufgabe auf die Einsatzkräfte
Verkehsunfall mit eingeklemmter Person durchgespielt / Abschluss am Feuerwehrhaus mit einer Ehrung

Von Friedrich W. Thies

Bei der traditionellen Übung der Ortsfeuerwehr Afferde waren wie immer zunächst die Aktiven in der Einsatzabteilung gefragt. Doch diesmal galt es nicht, einen angenommen Wohnungs- oder Scheunenbrand oder ein sonstiges Brandgeschehen abzuarbeiten. Diesmal war die technische Hilfeleistung mit der Befreiung von eingeklemmten Personen in einem Pkw gefragt. Da dies nicht zu den üblichen Aufgaben der Ortswehr mit Grundausstattung ohne Hilfeleistungssatz gehört, der dies Thema bei einigen Übungs- und Ausbildungsdiensten in den vorausgegangenen Wochen. Dies geschah mit Unterstützung des Stadtausbildungsleiters Jens Hildebrandt, der die Einweisung und Übungen mit der RW 2 der Schwerpunktfeuerwehr Hameln übernahm. Er war dann auch bei Übung mit dem Fahrzeug vor Ort und wurde dabei als Fahrzeugführer von Björn Lönnecker unterstützt, der zum einen Mitglied im 4. Zug der Feuerwehr Hameln ist und gleichzeitig Ortsbürgermeister in Afferde.

Gruppenführer Andreas Klemme und der Sicherheitsbeauftrage Christian Sigston hatte sich das Übungsszenario ausgedacht. So plante in einem Kiesgrubengelände ein Mann seiner Ehefrau mal das Fahren im Gelände beizubringen. Mit dabei der Sohnemann auf dem Rücksitz. Doch das ging natürlich schief. Der Wagen raste über eine Kante und stürzt einen Abhang hinterunter, überschlug sich dabei mehrfach. Zunächst einmal sollte zwei Personen im Fahrzeug eingeklemmt sein, hieß es bei der Anforderung zum Übungsobjekt zwischen Afferde und Hilligsfeld über Funk. Das fand der Einsatzleiter, Ortsbrandmeister Friedrich-Wilhelm Thies, auch so vor. Auf dem Fahrersitz die eingeklemmte und nicht ansprechbare Fahrerin, auf dem Rücksitz das eingeschlossene Kind. Die Besatzung des LF 8/6 erhielt daher den Auftrag, zusammen mit der Besatzung des RW 2 die Verletzten aus dem Fahrzeug zu retten. Die Gruppe des Mannschaftstransportwagens (MTW) unter der Leitung von Gruppenführer Frank Thies erhielt den Auftrag, einen dreifachen Löschangriff aufzubauen. Da aber das Kind immer fragte, wo seine Eltern seien, war klar: Die beiden Übungsleiter hatte noch eine weitere Einsatzsituation vorbereitet. Denn es fehlte offensichtlich der Familienvater vom Beifahrersitz. Der Einsatzleiter und seine Melderin suchten das Kiesgrubengelände zunächst einmal von ihrem erhöhten Standpunkt ab und Melderin Laura Sigston entdeckte auch wenig später rund 100 Meter Luftlinie vom Unfallort entfernt eine Person, die allerdings in einer großen Grube rund 10 Meter tiefer lag, die allerdings laut Übungsannahme mit einem Fahrzeug nicht zu erreichen war.

Daher erhielt die Gruppe vom MTW nunmehr den Auftrag, mit zwei Trupps zur Rettung der Person vorzugehen. Dabei mussten sie sich einen Weg über die Abhänge der Kiesgrube suchen. Die Rettung der eingeklemmten Person ging derweil voran. Es wurden zunächst die Türen an der Beifahrerseite entfernt, um Zugang zu den Patienten für die Rettungskräfte zu schaffen. Fiktiv wurden zur Einsatzstelle zwei Notärzte, drei Rettungswagen und ein Rettungshubschrauber angefordert, um genügend medizinischen Personal für die drei Verletzten zu haben. Aus dem Pkw wurde zunächst das Kind (natürlich eine Übungspuppe) mit einem Spin-Board gerettet. Um auch die schwerverletzte Fahrerin (ebenfalls eine Puppe) zu retten, wurde das Fahrzeugdach abgetrennt und entfernt. Dann konnte auch die Schwerverletzte mit Spin-Board gerettet werden. Inzwischen ging auch die Rettung des Familienvaters (gestellt von Jugendwehrmitglied Cedrik Klemme) in den Tiefen der Kiesgrube voran. Er wurde medizinisch erstversorgt. Seine angenommene Beinverletzung wurde geschient und dann ein Abtransport mit einer Schleifkorbtrage vorgenommen. Da dies über steilen, nachrutschende Kieshalden geschehen musste, wurde die Rettung von einem weiteren Trupp unterstützt und Rettungsleinen zur Sicherung eingesetzt.

Bei einer kurzen Nachbesprechung wurde den Kameraden der Ortswehr Afferde auch durch zwei Berufsfeuerwehrleute, nämlich Christian Sigston (Berufsfeuerwehr Hildesheim) und Jens Hildebrandt (Hauptberufliche Wachbereitschaft Hameln), bescheinigt, dass sie die gestellten Aufgaben gut gelöst hatten. Zumal es zu Bedenken gilt, dass solche Einsätze und die Arbeit mit den hydraulischen Rettungsgeräten nicht zum Tagesgeschäft der Ortswehr gehören. Am Feuerwehrhaus wartete dann schon der Feuerwehrmusikzug auf die einrückenden Kräfte und begrüßte sie musikalisch. Ortsbrandmeister Thies konnte dort nicht nur einige Gäste aus dem Ortsrat begrüßen, sondern auch Vertreter der Altersabteilung und Familienmitglieder der Feuerwehrkräfte. Friedrich-Wilhelm Thies dankte allen, die zum Gelingen der Übung beigetragen hatten. Der Ortsbrandmeister konnte bei dieser Gelegenheit noch die Hautfeuerwehrmusikerin Tanja Harms mit dem Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachen für 25-jährige Mitgliedschaft auszeichnen, da sie bei der Jahreshauptversammlung verhindert war. Bei einem kleinen Grillfest mit leckeren Steaks, Bratwurst und erfrischenden Getränke klang der Nachmittag in gemütlicher Runde aus, begleitet von den flotten Klängen des Musikzuges.


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