Jugendfeuerwehr
  18.10.2017 RETTEN - LÖSCHEN - BERGEN - SCHÜTZEN    -      . . . I S T    D O C H    E H R E N S A C H E  !
Ü B E R   U N S  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 


Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Afferde
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Karl Buchheister, Christian Gerling, Friedrich Helmer, Friedrich Meyer, Friedrich Pankoke, August Pfennigsdorf und Friedrich Schatz, so hießen die Männer der ersten Stunde, die die Freiwillige Feuerwehr Afferde 1893 gegründet haben. Aus ihren Reihen wurde Friedrich Helmer am 1. Oktober 1893 zum Hauptmann gewählt. Ausgerüstet war die Wehr mit einer Handdruckspritze, die per Mannschaftszug gezogen wurde. Was nichts anderes heißt, als dass sie per Hand durch den Ort gezogen wurde. Nur wenn weite Wege zurückgelegt werden mussten, wurde sie mit Pferden bespannt. Dazu kam ein Mannschaftswagen, mit dem die Männer zur Brandstelle gebracht wurden. Die Bauern des Dorfes waren genau nach Plan zu Hand- und Spandiensten verpflichtet. Die Alarmierung erfolgte durch Signalhörner oder durch Glockengeläut. Schon in den ersten Jahren der Wehr wurde auch eine Kapelle gegründet. Die Instrumente sind aber in den Wirren des 1. Weltkrieges verloren gegangen. 1912 wurde Wilhelm Wessel Hauptmann der Feuerwehr. Leider nur kurze Zeit konnte er sein Amt ausüben, fiel er doch im 1. Weltkrieg.

So übernahm nochmals bis zum 20. Januar 1924 Friedrich Helmer die Wehr. In dieser Zeit nach dem Krieg wurde das Denkmal für die gefallenen Kameraden neben dem Afferder Spritzenhaus errichtet. Dies Spritzenhaus stand damals auf dem heutigen Parkplatz vor dem alten Afferder Rathaus (ehemals Stadtsparkasse) an der Hamelner Straße. Die Gedenktafel hängt heute an Feuerwehrhaus, wo sie maßgeblich vorangetrieben und aufgearbeitet von unserem ehemaligen Kameraden Gustav Scholz in den 80er Jahren angebracht wurde. Ludwig Schatz übernahm nach Hauptmann Helmer die Wehr, sei Stellvertreter war Hermann Weißenborn. Über Gesamteinsätze oder besondere Vorkommnisse liegen aus den ersten 30 Jahren der Wehr keine Aufzeichnungen vor. Im Jahr 1925 wurde die erste Bezirksübung mit den Wehren Behrensen und Diedersen durchgeführt, mehrmals musste die Feuerwehr 1926 zum Ernstfall ausrücken. In Afferde brannte das Wohnhaus von Friedrich Müller ab, im Nachbarort Hastenbeck das Gemeindehaus. In diesem Jahr beschloss die Wehr mit etwa 40 Mitgliedern die Einführung einer Sterbekasse. Anfangs wurde eine Reichsmark von jedem Mitglied zur Unterstützung der Hinterbliebenen gesammelt. Diese Hilfe der Kameradschaft hat bis heute Bestand und ist nach drei D-Mark auf jetzt 1,70 Euro festgelegt.

1927 forderten mehrere Brände den Einsatz der Wehr. In Hastenbeck brannte das Wohnhaus des Bäckermeisters Müller, bei der Firma Günter & Noltemeyer „Zur Lust“ die Spinnerei und im Ort selbst waren einige kleinere Brände zu verzeichnen. Friedrich Müller wurde 1928 Feuerwehrhauptmann, sein Stellvertreter blieb Hermann Weißenborn, später löste ihn Wilhelm Ebeling ab. Das Gerätehaus wurde nun mit elektrischem Licht ausgerüstet. Auch eine Vorrichtung zum Trocknen der Schläuche wurde angeschafft. Die Ausrüstung der Feuerwehr wurde mit Schlauchwagen und Feuerlöschern, sogenannten Minimaxen, ergänzt und verbessert. Zur Pflege der Kameradschaft wurden Ausflüge in die nähere Umgebung oder Tanzvergnügen veranstaltet. 1938 wurde Wilhelm Ebeling zum Gemeindebrandmeister gewählt. Die Stellvertreter waren anfangs Adolf Mengerßen und später Wilhelm Köhler. Inzwischen hatte auch die Technik Einzug gehalten im Feuerlöschwesen. So erhielt die Wehr in diesem Jahr eine Tragkraftspritze „TS 8“ von der Firma Magirus. Gezogen wurde diese Spritze weiterhin per Hand im Mannschaftszug. Weite Strecken wurden jetzt aber schon mit dem Trecker zurückgelegt. In den Kriegsjahren 1939 - 45 wurde die Wehr mehrfach „kriegsbedingt“ im Heimatgebiet eingesetzt. Außerdem sorgte Hochwasser öfters für Arbeit. Keller mussten ausgepumpt, das Vieh aus den Ställen oder von den Weiden gerettet werden. Im Januar 1945 war ein größerer Brand am Düth zu verzeichnen. Die Jahre danach verliefen ruhig, waren gezeichnet vom Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg.

1949 wurde eine Alarmsirene von der Gemeinde Afferde angeschafft. Die Windverhältnisse waren aber dafür verantwortlich, dass ein Alarm niemals im ganzen Dorf gehört werden konnte. Ein Bedarf an weiteren Sirenen war also gegeben. Nachdem auch in den Nachbargemeinden die Ausrüstung der Wehren technisch verbessert wurde, gab es im Unterkreis und im Kreis erste Wettkämpfe, bei denen der Leistungsstand gemessen werden konnte. Belohnt wurde der Erfolg mit Urkunden und Pokale. Von dieser Zeit zieren noch heute viele Preise und Auszeichnungen das Afferder Feuerwehrhaus. Gefördert wurde die Ausbildung der Männer durch die Schulung an der Landesfeuerwehrschule in Celle. Keine besonderen Vorkommisse wurden für die Jahre 1950/51 gemeldet. Dafür musste die Wehr 1952 zur Bekämpfung eines Brandes beim Gut Hastenbeck ausrücken. Der Eisenbahnbetrieb auf der Strecke Hameln – Elze, damals noch per Dampflok, sorgte aber auch immer wieder für Waldbrände im Bereich des Scheckens. Bei den Kreiswettkämpfen 1952 wurde eine Gruppe Sieger und konnte bei den Bezirkswettkämpfen noch einen guten Platz belegen.

1957 wurde Afferde zum Schwerpunkt im Feuerlöschwesen bestimmt. Die zahlreichen Firmen damals sowie das Elektrizitätswerk Wesertal waren Anlass zur Ausrüstung mit leistungsfähigem Feuerlöschgerät. Die Wehr erhielt ein Löschgruppenfahrzeug „LF 8“, einen Opel Blitz, mit einer zusätzlichen „TS 8“. Aus Platzgründen konnte es aber nicht im alten Spritzenhaus untergestellt werden, sondern wurde beim damaligen Müllzweckverband in Afferde an der Berliner Straße untergestellt. Im Frühjahr 1958 wurde dann der Feuerwehrmusikzug in Afferde gegründet. Im Spätherbst übernahm nach dem Tod von Wehrführer Ebeling Wilhelm Köhler die Führung der Wehr. Sein Stellvertreter war Wilhelm Lindenberg, später Friedrich Burghardt. 1959 sorgten kleinere Waldbrände und Hochwasser für Einsätze. Eine Steigeleiter wurde 1960 der Wehr übergeben. Und 1962 ging endlich ein lang gehegter Wunsch der Feuerwehr in Erfüllung. Das neue Feuerwehrhaus am Wacholderweg, Ecke Grasweg wurde übergeben, das man sich damals noch gleichzeitig mit den Afferder Gemeindearbeitern teilte.


Ein Großbrand im Sägewerk Müller in Hastenbeck, ein weiterer Waldbrand im Schecken und der Brand eines Gelenkbusses in einer engen Straße mit dicht angrenzenden Wohnhäusern und Scheunen im alten Dorfkern an der B 1 waren 1963 neben mehreren kleineren Bränden die größten Einsätze. Der Verbandstag der Kreisfeuerwehr wurde aus Anlass des 70-Jährigen Bestehens in Afferde durchgeführt. Eine Gruppe wurde wieder Kreismeister. Aus gesundheitlichen Gründen musste Wehrführer Köhler sein Amt als Gemeindebrandmeister aufgeben. So übernahm 1964 Friedrich Tegtmeyer die Wehr. Die praktische Ausbildung wurde von Friedrich Burghardt, Wilhelm Lindenberg und ab Ende 1965 von Christel Hölscher durchgeführt.

Der Einsatzschwerpunkt der Afferder Wehr waren immer wieder Hochwasser im Ort und den Industriegebieten, ausgelöst durch die Remte, aber auch die Hamel. Mehrfach mussten in den 60iger Jahren viele Wehren aus dem Kreisgebiet zum Einsatz gerufen werden, um besonders das Elektrizitätswerk Wesertal zu schützen. Aber auch bei der Firma Maggi, bei Sinram & Wendt oder der Lackfabrik Brüning waren Wehren eingesetzt. Oft mehrere Tage und Nächte pumpten die Aktiven Keller und Fabrikgebäude leer. Zur Freude der Jugend wurde in diesen Jahren die Kindermaskerade durch Willi Wietbrock eingeführt. Dieser Brauch ist im Laufe der folgenden Jahre von den örtlichen Vereinen finanziell unterstützt und gefördert worden. Später ist er allerdings wieder eingeschlafen. 1966 wurde die Wehr mit Atemschutz ausgerüstet. Wer seine Tauglichkeit bei einer ärztlichen Untersuchung unter Beweis stellte, stand für die Ausbildung zur Verfügung, die Friedhelm Köhler übernommen hatte. Eine Wettkampfgruppe wurde wiederum Kreissieger. Zur Pflege der Kameradschaft mit der örtlichen, heute nicht mehr bestehenden, Werkfeuerwehr Sinram & Wendt wurden im Frühjahr 1967 die örtlichen Wettkämpfe durchgeführt. Erste Pokale wurden von Kameraden der Wehr oder Mitglieder des Ortsrates gestiftet. Diese Wettkämpfe wurde ein zeitlang jährlich durchgeführt.

Im Jahr 1968 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet. Die technische Ausrüstung der Wehr wurde durch eine „TS 16“ verbessert, die bis zum Jahr 2001 im Dienst war. Durch den damals herrschenden „Kalten Krieg“ wurde dem Luftschutz eine hohe Beachtung geschenkt, was zur Folge hatte, dass die Sirenenanlage im Dorf ausgebaut wurde. Der Umbau eines ausgedienten Fahrzeuges der Gemeinde Afferde zu einem Gerätewagen wurde in Eigenleistung der Kameraden unter Anweisung des damaligen Gerätewartes Wilhelm Ehlebracht sen. durchgeführt. Anlässlich des 75-Jährigen Bestehens der Feuerwehr wurde das Fahrzeug übergeben. Die „TS 16“ sowie Geräte und Schläuche zur Brandbekämpfung waren auf ihm verladen. 1969 wurde das LF 8 mit einem Funkgerät ausgerüstet. Ein Großfeuer vernichtete damals die Scheune bei Bauer Helmsen, umliegende Gebäude konnte geschützt werden. 1971 wurde Günter Friebe zum Gemeindebrandmeister gewählt. Sein Stellvertreter war Friedrich Burghardt, später Christel Hölscher. Bei einem Großfeuer in der Hamelner Bäckerstraße wurde auch die Feuerwehr Afferde eingesetzt, Handfunksprechgeräte ergänzten die Ausrüstung. 1972 wurde die Fluthamel neu ausgebaut. Seit dieser Zeit ist es über einen langen Zeitraum bis zum Jahr 2007 zu keinen nennenswerten Hochwassern gekommen. Und wiederum konnte die Feuerwehr Afferde bei den Kreiswettkämpfen den Sieger stellen.

1973 erfolgte dann die politische Eingemeindung der bis dahin selbstständigen (und wohlhabenden) Gemeinde Afferde in die Stadt Hameln. Damit kam es auch zum einschneidenden Schritt für die Feuerwehr Afferde, gehört sie als eine von zwölf Ortsfeuerwehren ab sofort der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Hameln an. Es entstand aber eine in allen Bereichen sehr gute Zusammenarbeit. Bei der großen Waldbrand-Katastrophe im Sommer 1975 in der Heide im Raum Celle war dann auch die Ortswehr Afferde gefragt. Bei diesem Großbrand wurden zwölf Kameraden der Wehr mit dem LF 8 eingesetzt. Mehrere Tage waren sie schwierigen Einsatzbedingungen ausgesetzt und wurden später durch eine besondere Auszeichnung des Landes Niedersachsen geehrt. Durch die Wahl des Gemeinde- und späteren Ortsbrandmeisters Günter Friebe zum Stadtbrandmeister im Jahr 1975 wurde 1976 Fritz Stuckenberg neuer Ortsbrandmeister. Sein Stellvertreter blieb Christel Hölscher, der 1978 durch Joachim Friebe abgelöst wurde. Fahrten der Wehr führten in den damaligen Jahren nach Kopenhagen, nach Winterberg ins Sauerland oder zur Edertalsperre. Zum 85-Jährigen Bestehen der Wehr und 10 Jahre Jugendfeuerwehr wurden 1978 der Jugendfeuerwehrtag und die Verbandsversammlung in Afferde durchgeführt. In diesem Jahr wurde auch ein neues LF 8 auf einem Mercedes-Fahrgestell mit einem Aufbau der Firma Schlingmann in Dienst gestellt. 1983 wurde der Wehr ein Mannschaftstransportwagen (MTW) übergeben.


Ab 1984 stellten Mitglieder der Ortsfeuerwehr unter der Leitung von Joachim Friebe die Erkundungs- und Lotsengruppe im Rahmen des ABC-Zuges der Kreisfeuerwehr, der seinen Standort in Marienau hatte. Damit konnte nicht nur das Einsatz- und Ausbildungsspektrum erweitert und interessanter gemacht werden. Für die Kameraden bot sich hier zudem die Möglichkeit, durch eine mehrjährige Verpflichtung vom Wehrdienst freigestellt zu werden. Die Ortswehr erhielt aber auch ein weiteres Einsatzfahrzeug, ein Erkundungs- und Lotsengruppenfahrzeug (ELF), das auch als MTW benutzt werden kann. Außerdem wurden die Kameraden dieser Gruppe mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet. Das kam der Ortswehr in soweit zugute, weil seit dieser Zeit die Zahl der Einsätze (meist Fehlalarme) durch ausgelöste automatische Brandmeldeanlagen in immer mehr Firmen zunahm. Durch die neuen Funkmeldeempfänger gab es aber die Möglichkeit, eine kleine, stille Alarmschleife einzurichten und es musste nicht immer per Sirene die gesamte Wehr alarmiert werden. Im selben Jahr wird bei einem Großbrand die Lagerhalle der damaligen Altpapierfirma Kahlisch an der Hamelner Straße vernichtet.

Im Jahr 1986 wird Joachim Friebe Ortsbrandmeister in Afferde, sein Stellvertreter heißt jetzt Friedhelm Köhler. Zum Einsatzschwerpunkt der späteren Jahre wird die Tierkörperverwertungsanstalt Ortima. Immer wieder kommt es zu langwierigen Schwelbränden im Bereich der Tiermehlverarbeitung. 1992 musste die Ortswehr im März zu einem Feuer und im Juni zu einem Großbrand in der Firma ausrücken. Dieser Einsatz mit einer Brandwache dauerte immerhin 22,5 Stunden. In diesem Jahr wird die Wehr auch mit anderen Einheiten bei einem Gefahrguteinsatz bei der Firma Pharma gefordert. Ein anderes Mal sind die Aktiven bei einem schweren Unwetter über dem Orts- und Stadtgebiet neun Stunden im Einsatz. 1993 schließlich kommt es zu einer Explosion mit einem anschließenden neunstündigen Brandeinsatz bei der Ortima. Danach ist Schluss mit den Einsätzen, aber auch mit der sehr geruchsintensiven Tierköperbeseitigungsanstalt, sie schließt die Tore. 1992 übernimmt Rüdiger Schellberg die Führung der Ortswehr, Stellvertreter wird Wilhelm Ehlebracht jun. Der inzwischen betagte Gerätewagen muss ausgesondert werden, da es keine Ersatzteile mehr gibt. Als Ersatz wird ein VW-Pritschenwagen aus eigenen Mitteln der Wehr beschafft und insbesondere von den Kameraden Wilhelm Ehlebracht jun. und Rüdiger Schellberg bei der Firma Meindl in Afferde um- und ausgebaut. Als Kleinlöschfahrzeug wird es wieder mit der „TS 16“, Schläuchen, Löschgeräten und einfachen Mitteln zur Ölbekämpfung ausgerüstet. Beim 100-Jährigen Feuerwehrjubiläum 1993, das nochmals als Zeltfest gefeiert wird, kann der alte MTW durch ein neueres Fahrzeug ersetzt werden.


Im Jahr 1994 wird die digitale Funkalarmierung in der Stadt Hameln eingeführt. Daher wird ein Großteil der Kameraden mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet. Gleichzeitig werden die Sirenen im Ort abgeschaltet und demontiert. Eine Möglichkeit, so die Wehr zu alarmieren oder die Bevölkerung zu warnen, entfällt damit. Im Februar 1995 wird Friedrich-Wilhelm Thies zum Ortsbrandmeister gewählt. Bemerkenswert bei den Einsätzen ist das Weser-Hochwasser zu Anfang des Jahres, wobei zweimal ein Einsatz in der Nähe von Wehrbergen nötig war. 1996 war die Ortswehr elf Stunden bei der Firma Neue Union (ehem. Sinram & Wendt) im Einsatz. Dort war ein Spänebunker in Brand geraten, der wegen möglicher Glutnester von Hand leergeschaufelt werden musste. 1997 folgte ein Einsatz beim Großbrand auf dem Hefe & Sprit-Gelände in Hameln, 1998 wurde die Wehr zur Verstärkung bei einem Wohnhausbrand in Hilligsfeld gerufen. In diesem Jahr wurde der dreifache Wehrgeburtstag (105 Jahre Ortsfeuerwehr, 40 Jahre Musikzug, 30 Jahre Jugendwehr) mit einem Kommersabend und einem Fest „Rund ums Feuerwehrhaus“ gefeiert. Während die Ortswehr in Afferde ab 1993 fast immer zu 20 oder mehr Einsätzen gerufen wurde, blieb es 1999 mit 17 Alarmen mehr ruhig, auch waren keine besonderen Einsätze zu verzeichnen. Anders im Jahr 2000, da stieg die Zahl der Einsätze auf 29, wurden wir zu einem größeren Brand in den Kampffmeyer Mühlen (Wesermühle) und zum Großbrand des Dixi-Marktes in Hameln gerufen. In Afferde musste wieder mal ein Spänebunkerbrand bei der Firma Neue Union gelöscht werden, diesmal mit 6,5 Stunden Einsatzdauer. Zum Ende des Jahres folgt ein weiterer Höhepunkt in der Afferder Feuerwehrgeschichte. Im November wird ein neues Löschgruppenfahrzeug, diesmal ein LF 8/6 mit einem MAN-Fahrgestell und einem Aufbau der Firma Ziegler in Rendsburg abgeholt. Das neue Löschfahrzeug führt nunmehr ständig 600 Liter Löschwasser mit sich und erhöht die Schlagkraft der Ortswehr Afferde deutlich. Im Januar 2001 wird das LF 8/6 im Rahmen einer Feierstunde offiziell in Dienst gestellt.


Das Jahr bescherte der Ortswehr dann eine weitere Steigerung der Einsatzzahlen auf 32. Neben vielen kleineren Brände und Hilfeleistungen sind zwei Brände bei der Firma Wesertal/Müllverbrennung zu nennen. Einmal stand ein Lagerschuppen in Brand, ein anderes Mal brannten 50 Tonnen Hausmüll in einer Lagerhalle, die erst nach dem Auseinanderfahren durch einen Radlader abgelöscht werden konnte. Auf großes Interesse im Ort fiel auch eine Veranstaltung unter dem Motto „Wir stellen uns vor“, bei der wir im Sölterweg unsere Möglichkeiten vorstellten.

Nochmals deutlich angestiegen sind die Einsatzzahlen im Jahr 2002, wo mit 42 eine bisherige Höchstmarke erreicht wurde, darunter waren allein 19 Hilfeleistungen, aber auch zwölf Fehlalarme. Dabei wurden die Ortswehr eingesetzt beim Großbrand eines alte Genossenschaftsgebäudes an den Ruthenstraße in Hameln, bei Unwetter-Einsätzen nach Überschwemmungen in Haverbeck, aber auch im Rahmen des ABC-Zuges bei einem Zugunglück in Bad Münder. Dort waren zwei Güterzüge frontal zusammengestoßen, wobei die giftige und krebsauslösende Flüssigkeit Epichlorhydrin aus einem Kesselwagen ausgetreten und in Brand geraten war.


Zugunglück in Bad Münder im Jahr 2002

Außerdem wurden sechs Aktive zum zweiten Mal nach 1975 zu einem überörtlichen Katastrophenschutzeinsatz im Rahmen der Kreisfeuerwehr-Bereitschaft eingesetzt. Diesmal galt es beim Elbe-Hochwasser im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Bereich Gartow – Schnackenburg Deiche zu sichern. Dafür gab es eine Urkunde vom Bundesinnenminister und die Hochwasser-Medaille für die Beteiligten. Seit diesem Jahr führt die Feuerwehr Afferde einen großen Laternenumzug im Ort für alle Kinder durch, der sich seither großer Beliebtheit erfreut. Aber auch negatives ist zu vermelden. In diesem Jahr wurden die Mitglieder der Feuerwehr beim Osterfeuer von Chaoten grundlose angegriffen und trugen nach Handgemengen sogar Verletzungen davon. Nach Eintreffen der Polizei wurden auch die  Beamten angegriffen. Es kam zu einem größeren Polizeieinsatz mit Festnahmen und einer später Gerichtsverhandlungen. Das Jahr 2003 stand ganz im Zeichen des dreifachen Feuerwehr-Geburtstages mit 110 Jahre Ortswehr, 45 Jahre Musikzug und 35 Jahre Jugendwehr. Dieser wurde mit Eimerwettkämpfen nach alten Regeln und einer Veranstaltung „Rund ums Feuerwehr“ mit einem lustigen Vereinswettbewerb im Mai sowie einem Kommersabend und einem Konzert im Juli begangen. Die Jugendwehr veranstaltete noch einen Orientierungsmarsch durch den Ort. Bei den 23 Ernstfällen ist ein Waldbrand am Himmelsfahrtstag bei Hastenbeck zu verzeichnen. Auch am Sintelsberg brannten rund 1600 Quadratmeter Grasfläche. Und auf der B 1 kam es zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Auffällig im Jahr 2004 war eine ganze Reihe von schweren Verkehrsunfällen auf der Hastenbecker Landstraße und der B 1. Unter den 27 Einsätzen waren auch zwei Großbrände, bei denen zu einen etliche Strohballen am Ortsrand Richtung Hastenbeck in Flammen standen und zum andere ein Wohnhaus an der Deisterstraße in Hameln größtenteils durch einen Brand vernichtet wurde.

Zu Anfang des Jahres 2005 trat der bisherige stellvertretende Ortsbrandmeister Wilhelm Ehlebracht jun. aus persönlichen Gründen von seinem Amt zurück. Aufgrund bestimmter Umstände verbunden mit diesem Rücktritt musste die übliche Jahreshauptversammlung zunächst abgesagt werden. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung wurde im Mai Oliver Meyer zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt, der dies Amt zunächst kommissarisch wahrgenommen hatte. Im Juli wird dann die Jahreshauptversammlung nachgeholt. Bei den 25 Einsätzen wurden wir eingesetzt beim Dachstuhlbrand eines Wohnhauses an der Ohsener Straße in Hameln und beim Großbrand einer alten Produktionshalle der ehemaligen Firma Sinram & Wendt. Auch zu einem Kellerbrand in einem Wohnblock an der Leipziger Straße kommt es, der schnell gelöscht werden kann. Im Rückblick auf 2006 kann man von einem ruhigen Jahr sprechen. So waren 17 Einsätze zu verzeichnen, darunter sieben Brände und vier technische Hilfeleistungen. Um zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre waren Aktive bei einem Katastrophenschutz-Einsatz bei einem erneuten Elbe-Hochwasser in Laasche wiederum im Landkreis Lüchow-Dannenberg mit dabei. In diesem Jahr sorgte aber auch die Vogelgrippe für große Unruhe in der Bevölkerung und besondere Aufmerksamkeit bei der Feuerwehr. 2007 stiegen die Einsatzzahlen wieder deutlich auf 39 an und sorgten somit für den bisher zweithöchsten Wert. Allein 20 Hilfeleistungen waren drunter mit vielen Verkehrsunfällen, drunter zwei schwere auf der B 1 mit einer getöteten Person. Nach Jahrzehnten der Ruhe trat aber auch wieder nach einem schweren Unwetter insbesondere im Bereich des Iths die Remte über die Ufer. Teile des alten Dorfs und des Wohngebiets „Niederes Feld“ stand unter Wasser, größere Schäden waren aber nicht zu verzeichnen. Die Altersabteilung, die auch in den Jahren zuvor immer wieder mehrtägige Busfahrten etwa in die Heide, nach Bad Zwischenahn oder nach Papenburg unternahm, fuhr in diesem Jahr an den Rhein nach Köln und Bad Hönningen.

Das Jahr 2008 war kennzeichnet durch zwei Brandserien im Mai und im Juli. Es brannten ausgesonderte Wohnwagen am Düth, Waschmaschinen und Fernseher in Wohnhäusern, Isolierkannen in Büroräumen sowie Balkonverkleidungen und anderes. Auch Einsätze mit vollgelaufenen Kellern nach einem Unwetter waren drunter. Zu unserem großen Bedauern musste Ende des Jahres das 1992 in Dienst gestellte und in Eigenleistung ausgebaute Kleinlöschfahrzeug aufgrund erheblicher technischer Mängel außer Betrieb genommen werden.


2008 - Das einst in Eigenleistung ausgebaute Kleinlöschfahrzeug wurde ausgemustert.


Ein zunächst angedachter Ersatz, den wir als Spende in Aussicht hatten und wieder in Eigenleistungen ausbauen wollten, konnte leider nicht realisiert werden. Im Oktober dieses Jahres wurde zudem Ortsbrandmeister Friedrich-Wilhelm Thies zu einem von zwei stellvertretenden Stadtbrandmeistern ernannt. Und auch das soll erwähnt werden. In diesem Jahr gelang es uns Dank widrigster Wetterverhältnisse (Schnee, Regen, Kälte, usw.) erstmals nicht, das Osterfeuer abzubrennen.

Von vielen Bürgern bedauert fand im Jahr 2009 erstmals seit vielen Jahrzehnten gar kein Osterfeuer statt, da kein geeigneter, neuer Platz gefunden wurde. Der ehemalige Brennplatz auf dem „alten Sportplatz“ wurde nach Differenzen mit den eigentlichen Pächtern auf Beschluss des Kommandos nicht mehr genutzt. Stattdessen gab es erstmals ein Sommerfest, das auch gut besucht war und das in den Jahren als regelmäßige Veranstaltung weiter ausgebaut werden soll.


2009 - Das Sommerfest soll ab nun das Osterfeuer ersetzen und eine regelmäßige Veranstaltung werden.


Im Einsatzbereich galt es einige meist kleinerer Brände, besonders aber technische Hilfeleistungen zu bewältigen. Dabei waren wir nach einen Unwetter mit extremen Starkregenfällen im eigenen Orts- aber auch in Stadtgebiet Hameln eingesetzt. Dort mussten wir bei einem andren Einsatz auch eine kilometerlange und sehr breite Dieselspur in einem mehrstündigen Einsatz bekämpfen. Zudem waren nach einem Wasserrohrbruch große Wassermassen in die Kellerräume des BHW-Hochhauses eingedrungen und mussten abgepumpt werden. In diesem Jahr fand in Hameln der „Tag der Niedersachsen“ statt, zu dem an mehreren Tagen Verkehrsposten und für eine Tag eine Wachverstärkung gestellt werden musste. Am Ende des Jahres wurde weiterhin das in Afferde stationierte Erkundungs- und Lotsenfahrzeug des ABC-Zuges (VW T 3 mit Baujahr 1984) durch ein neues Fahrzeug, nunmehr einen VW Crafter mit Baujahr 2009, ersetzt.


2009 - Das in Afferde stationierte Erkundungs- und Lotsenfahrzeug des ABC-Zuges wurde in diesem Jahr durch ein neues ersetzt.


In Bezug auf die Einsätze blieb es im Jahr 2010 ehr ruhig. Allerdings gab es einen Fahrzeugbrand, bei dem auch ein Toter zu beklagen war und einen kleinen Einsatzschwerpunkt im Bereich der ehemaligen Bauschuttdeponie am Düth. Die Altersabteilung richtet in diesem Jahr zum ersten Mal ihr Pfingstbaumfest aus. Im folgenden Jahr wurde wir während unseres Sommerfestes mitten in der Andacht von Pastor Daniel Küchenmeister - der gerade davon erzählte, dass Feuerwehrleute ständig auf Abruf bereit ständen - zu einem ausgedehnten Wohnungsbrand an die Hamelner Straße gerufen, der uns einige Stunden beschäftigte. Auch der Brand eines mit Gas betriebenen Fahrzeuges in Feldmark bei Hastenbeck war nicht alltäglich. Im Jahr 2012 waren im Ortsgebiet Afferde nur weinige Einsätze zu verzeichnen. Allerdings rückten wir 20 Mal aus, um das Erkundungs- und Lotsengruppenfahrzeug der Stadtfeuerwehr als Einsatzleitwagen zur Verfügung zu stellen. Diese zusätzliche Aufgabe haben wir im vorherigen Jahr übernommen. Die Einsatz- und Lotsengruppe selbst wurde mit dem ABC-Zug der Kreisfeuerwehr bei einem großen Gefahrgutunfall in Aerzen eingesetzt, wo größere Mengen Ammoniak ausgelaufen waren. Wir waren zudem beim großen Dorffest im alten Dorfkern von Afferde dabei, bei dem der Schützenverein Afferde auch sein Jubiläum feierte. Im Herbst dieses Jahres startet zudem die Kinderfeuerwehr ihren Probebetrieb. Und am 6. April 2013 wurde die Kinderfeuerwehr Afferde unter dem Namen „Die feurige 13“ als weitere Nachwuchsabteilung für Kinder zwischen 6 und 12 Jahre offiziell gegründet. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr Afferde.


2013 - Die Kinderfeuerwehr Afferde unter dem Namen „Die feurige 13“ wurde gegründet.



 
Wird fortgesetzt ...


 


Text : Friedrich W. Thies
(Alle Rechte Vorbehalten)

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